Stromfresser bei Android finden

Normalerweise sollte das Display bei jedem Smartphone mit Abstand der größte Verbraucher sein. Wenn dem nicht so ist, dann gibt es vermutlich irgendeine App, die das Gerät davon abhält in den Schlafzustand zu gehen. Kompliziert wird es, wenn die größ...

Normalerweise sollte das Display bei jedem Smartphone mit Abstand der größte Verbraucher sein. Wenn dem nicht so ist, dann gibt es vermutlich irgendeine App, die das Gerät davon abhält in den Schlafzustand zu gehen.

Kompliziert wird es, wenn die größten Verbraucher Android OS und Android System heißen.  Dann nutzt meist eine App Systemdienste, wie z.B. die Positionsbestimmung.

Wie kommt man solchen Stromfressern auf die Spur? Die App Wakelock Detector leister wertvolle Dienste. Sie zeigt sogar bei vielen Apps genau an welche Funktion soviel Strom frisst, z.B. der Abruf eines bestimmten Postfachs.Leider funktioniert sie unter KitKat nicht mehr ohne Rootrechts. Das Rooten ist aber meist recht einfach möglich. Bei mir hat es mit Towelroot geklappt. Man packt einfach die APK-Datei auf sein Gerät und führt sie aus. Fertig. Dadurch hat man volle Kontrolle über sein GErät, hebelt aber leider auch Sicherheitsmechanismen aus.

Nun kann man mit Wakelock Detector detailliert sehen, welche Apps das Gerät auf Trab halten. Bei mir lag es letztendlich an Tasker und K-9 Mail. Es gab offenbar Probleme, den Standort zu bestimmen. Deshalb ging andauernd das WLAN an und aus, die Standortbestimmung lief quasi pausenlos, wenn ich zu Hause war. Bei K-) Mail waren es die vielen per Push synchronisierten Ordner. Beuautiful Widgets braucht mit der Funktion Nachladen beim Aufwecken deutlich mehr Saft als beim regulären Nachladen alle 2h.

Wakelock Detector

Behoben habe ich das Problem in Tasker durch eine weitere Bedingung beim Zustand ‚zu Hause‘ es wird jetzt neben dem Ort und den GSM-Masten in der Nähe auch mein WLAN abgefragt. Nun läuft die Standorterkennung stabil und sauber.

In K-9 Mail kann man durch langen Druck auf einen Ordner die Ordnereigenschaften erreichen. Hier kann man festlegen ob der Ordner ein Haupt- oder Nebenordner ist. Push war bei mir für 5 Ordner aktiv. Das summierte sich jeden Tag auf 10-15min CPU Vollast. Es ist besser, nur den Posteingang per Push abzufragen und die restlichen Ordner regulär zu synchronisieren mit festem Intervall.

Diese Maßnahmen haben viel gebracht. Nach einem Arbeitstag ist das Handy noch zu 50% statt 25% geladen. Der Balken ‚wach‘ im Wakelock Detector ist von 90% auf 20% geschrumpft.

 

 

Android automatisieren mit Tasker

Seit etwa einem Jahr setze ich die App Tasker ein, um mein Android zu automatisieren. Die App kann zum Beispiel das WLAN ausschalten, wenn man das Haus verlässt oder im Auto Bluetooth anschalten. Sie hilft also auch dabei, Strom zu sparen und verbess...

Seit etwa einem Jahr setze ich die App Tasker ein, um mein Android zu automatisieren. Die App kann zum Beispiel das WLAN ausschalten, wenn man das Haus verlässt oder im Auto Bluetooth anschalten. Sie hilft also auch dabei, Strom zu sparen und verbessert den Schutz vor Tracking, wie ich auch hier im Blog bereits geschrieben habe. Die App ist jedoch für Einsteiger nicht so ganz einfach zu bedienen und erfordert einige Kenntnisse über den Stromverbrauch der verschiedenen Ortungsmethoden. Dazu habe ich diesen Link hier entdeckt, der das ganz gut zusammenfasst. Der springende Punkt steht ganz unten, man sollte seine Profile immer zuerstmal mit einer Ortungsmethode versehen, die wenig Strom verbraucht. Erst, wenn diese Bedingung erfüllt ist, werden Bedingungen wie WLAN Status abgefragt.

Mein ‚zu Hause‘ Profil sieht daher so aus: Wenn die Funkzelle GSM: 123456… in der Nähe ist, Prüfe anhand der Funkzelle (Triangulation) ob ich mich im Radius von 300m um mein Haus befinde. Wenn ja, schalte WLAN ein und Bluetooth aus. Wenn ich diesen Radius verlasse, schalte WLAN aus und Vibration an. Es werden immer zuerst diejenigen Bedingungen ausgewertet, die wenig Strom brauchen.

Die Bedingung Funkzelle in der Nähe (unter Telefon) kostet nochmal etwas weniger Strom als die Triangulation über Funkzellen. Ortung mit WLAN ist immer relativ stromhungrig, da das WLAN dafür immer wieder ein- und ausgeschaltet werden muss.

Praktisch ist Tasker auch für sicherheitsbewußte Menschen, die ein Passwort/eine PIN verwenden. Zu Hause deaktiviere ich diese Funktion dann, damit ich nicht so oft die PIN eintippen muss. Sollte das Handy aber verloren gehen, so kommt erstmal keiner an meine Daten dran. Möglich ist das mit dem Tasker Plugin Secure Settings.

Einziger Haken ist, dass Google aus mir unverständlichen Gründen in KitKat die Option entfernt hat, bestimmte Funktionen durch Apps zu steuern. So kann man nicht mehr den Flugmodus aktivieren. Ich behalfe mir damit, dass ich WLAN und Bluetooth und mobile Netzwerke nachts einzeln ausschalte.

 

Android: WLAN Tracking standardmäßig aktiviert

Moderne Android-Versionen lauschen auch bei eigentlich deaktiviertem WLAN in kurzen Zeitabständen auf Basisstationen in der Nähe. Dies soll die Genauigkeit und Geschwindigkeit der Standortbestimmung verbessern.

Moderne Android-Versionen lauschen auch bei eigentlich deaktiviertem WLAN in kurzen Zeitabständen auf Basisstationen in der Nähe. Dies soll die Genauigkeit und Geschwindigkeit der Standortbestimmung verbessern.

Leider geschieht dies nicht rein passiv, sondern das Smartphone fordert die Basisstationen durch ein sog. Probe Request Paket auf, sich erkennen zu geben. In diesen Paketen ist natürlich auch die MAC-Adresse, über die sich jedes Gerät eindeutig identifizieren lässt. Diese Auskunftsfreudigkeit wird berets in Kaufhäusern genutzt, um herauszufinden, wo sich die Kunden bewegen.

Um diese Funktion abzuschalten muss man in den Erweiterten WLAN-Einstellungen, die über die Menütaste erreichbar sind, die Option Suche immer erlauben deaktivieren.

Android 4.4.2
Android 4.4.2

Ich finde es eine Frechheit von Google, solche Optionen standardmäßig zu aktivieren. Laut c’t erfolgt allerdings ein Hinweis bei der Einrichtung, aber wer beachtet die schon?

Google selbst nutzt diese  Option natürlich insofern, da die Nutzer so ganz von allein die Karte der WLAN-Basisstationen aktualisiert.

Ich persönlich fahre übrigens gut mit der App Tasker, die viele Einstellungen mit Bedingungen koppeln kann und so z.B. das WLAN beim Verlassen des Hauses deaktivieren und am Arbeitsplatz wieder aktivieren kann. Das spart zudem natürlich auch Strom und verhindert das versehentliche Verbinden mit offenen APs.