HP iLO4 Fernwartung unter Linux benutzen

Update 09/2020:ILO4 2.75 bietet eine HTML5 Console, die wesenltich besser funktioniert als die Java Variante. Das ist wirklich stark von HP. Ich bin begeistert. Die Server von HP, also auch mein Microserver Gen 8 bieten eine Fernwartungsfunktion, die...

Update 09/2020:
ILO4 2.75 bietet eine HTML5 Console, die wesenltich besser funktioniert als die Java Variante. Das ist wirklich stark von HP. Ich bin begeistert.

Die Server von HP, also auch mein Microserver Gen 8 bieten eine Fernwartungsfunktion, die insbesondere dann praktisch ist, wenn der Server im Keller steht und das Betriebssystem nicht mehr bootet. Lange Zeit habe ich für diese Funktion ausschließĺich meinen Mac benutzt, auf dem es zuletzt auch nur noch unter Safari funktionierte. Nun habe ich herausgefunden, wie man die Fernsteuerung unter Linux benutzen kann.

HP bietet in iLO4 (integrated Lights Out) drei Möglichkeiten auf den Server zuzugreifen, um z.B. ein OS zu installieren:

  • .NET
  • JAVA Applet
  • JAVA Web Start

.NET stammt aus der Windows Welt und funktioniert nur im Internet Explorer. Bäh! Das Java Aplet tut bei mir überhaupt nichts, es passiert nichts, wenn man den Link anklickt. Das geht vermutlich nur, wenn man noch Java im Browser benutzt, was nicht mehr zeitgemäß ist.

Java Web Start lädt eine *.jlnp Datei herunter, die sich aber unter Ubuntu nicht einfach so ausführen lässt. Der Trick ist, dass es nur mit Oracle Java funktioniert! Das ist unter Ubuntu 18.04 nur per PPA verfügbar.

sudo add-apt-repository ppa:linuxuprising/java
sudo apt update
sudo apt install oracle-java10-installer icedtea-netx oracle-java10-set-default java -version

Danach sollte nicht mehr OpenJDK angezeigt werden, sondern Java von Oracle. Außerdem habt ihr das Programm javaws installiert, mit welchem sich nun einfach die jlnp File ausführen lässt.

javaws iLO-jirc.jnlp

Endlich macht die Fernsteuerung auch unter Linux Spaß! Eine Lizenz braucht ihr übrigens nicht unbedingt, wenn ihr nur ein OS installieren wollt. Die Lizenzen gibt es aber für wenig Geld auf eBay. Ich finde es ist eine lohnende Investition, denn so kann man sich drauf verlassen immer und jederzeit (vorallem beliebig lang) auf die Maschine zu kommen.

HP MicroServer Gen8: USB3 HDD wird ständig unmounted

Ich nutze eine externe 1.8 TB Festplatte von Intenso um die Partition des Servers mit rsnapshot zu sichern. Dabei setze ich auf LVM, damit der Server im Betrieb gesichert werden kann. Seit geraumer Zeit schlage ich mich damit herum, dass die externe...

Ich nutze eine externe 1.8 TB Festplatte von Intenso um die Partition des Servers mit rsnapshot zu sichern. Dabei setze ich auf LVM, damit der Server im Betrieb gesichert werden kann. Seit geraumer Zeit schlage ich mich damit herum, dass die externe Platte einfach von alleine aus dem System geworfen wird.

Die Platte hat danach zwar Dateisystemfehler, das ist aber nicht die Ursache, sondern ein Symptom. Diese Fehler kann man in der Regel mit fsck beheben. Auffällig ist auch, dass die Festplatte danach immer einen anderen Buchstaben bekommt. Aus /dev/sde1 wird /dev/sdf1.

Auch eine komplett frische Formatierung brachte keine Abhilfe. Die Festplatte wird auf diversen Rechnern mit diversen Tools als fehlerfrei erkannt. Trotzdem wurde sie mir reproduzierbar unmounted. Nun habe ich die Lösung gefunden:

Der (obere) USB-Port ist schuld.

Der Microserver hat 2 USB 3.0 Ports. Diese sind (leider) hinten. Angeschlossen hatte ich die Platte immer ab oberen Port, über dem dann direkt das Gigabit Ethernet hing. Gigabit-Ethernet und USB3 sind beides Hochfrequenz-Verbindungen. Irgendwie stören sie sich gegenseitig (oder der USB-Port ist bei mir einfach defekt). Solche Probleme werden durch mangelhafte Schirmung der Ports hervorgerufen.

Mit dem unteren Port habe ich keinerlei Probleme.

HP MicroServer Gen8 vom 2,5″ Slot booten

In diesem Beitrag möchte ich alle Infos zusammenführen, die man benötigt, um den HP MicroServer Gen 8 mit einem 2,5″ Laufwerk für das OS und bis zu vier 3,5″ Datenplatten zu betreiben. Insbesondere wird darauf eingegangen, wie man von dem 2,5″ Laufwe...

In diesem Beitrag möchte ich alle Infos zusammenführen, die man benötigt, um den HP MicroServer Gen 8
mit einem 2,5″ Laufwerk für das OS und bis zu vier 3,5″ Datenplatten zu betreiben. Insbesondere wird darauf eingegangen, wie man von dem 2,5″ Laufwerk dann bootet.

Um eine 2,5″ Platte in dem oberen Fach einzubauen braucht man folgende Teile:

Hat man den Einbau geschafft, und die 3,5″ Slots im AHCI-Modus nutzen möchte, so hat man aber immer noch ein Problem. Der MicroServer bootet im AHCI Modus immer von der ersten Platte, eine Wahl des Boot-Devices ist nicht möglich. Die großen Festplattenslots werden dabei mit den Nummern 1-4 versehen, das optionale optische Laufwerk mit Nummer 5. Der Legacy-Modus ist nicht mehr empfehlenswert und den RAID-Modus kann man nur nutzen, wenn man eine Hardware-RAID-Karte besitzt.

In einem Forumsbeitrag habe ich eine Lösung dafür gefunden und möchte Sie euch hier in verbesserter Form vorstellen.

Für die Lösung braucht man einen (alten), kleinen USB Stick. Diesen Steckt man in den Internen USB 2.0 Anschluss. Am oberen Anschluss hängt die SSD oder 2,5″ Festplatte. Man kann das OS jetzt booten, wenn man alle 3,5″ Platten entfernt. (Alternativ kann man eine Live-CD wie die Super Grub2 Disc benutzen). Mit fdisk schaut man, wo der Stick eingebunden wurde. Man erkennt ihn an der Ausgabe. Vorsicht, bei den folgenden Operationen darf auf gar keinen Fall das falsche Laufwerk benutzt werden!

fdisk -l

Der Stick ist /dev/sdX (das X müsst ihr ersetzen).
Um Problemen vorzubeugen löschen wir – nach einem Backup – Bootloader und Partitionstabelle auf dem Stick. Diese liegen in den ersten 512 Bytes.

dd if=/dev/sdX of=bootstick.img count=512
dd if=/dev/zero of=/dev/sdX count=512

Beim erstellen des Dateisystems muss die Flag „bootbar“ gesetzt werden. Write schreibt das Dateisystem.

cfdisk /dev/sdX
mkfs.ext2 /dev/sdX1 # Dateisystem erstellen

Jetzt müssen wir noch den Bootloader auf den Stick schreiben.

mount /dev/sdX1 /mnt/
grub-install --no-floppy --root-directory=/mnt /dev/sdX
grub-mkconfig -o /mnt/boot/grub/grub.cfg

Nach dieser Prozedur bootet der Server auch mit eingesetzten 3,5″ Platten vom 2,5″ Slot. Im BIOS muss man USB als erstes Boot-Device auswählen.

Um nach einem Kernel Update die richtigen Kernel im Bootmenü zu haben, muss man den Stick auch wieder mounten und dann grub-mkconfig aufrufen. Die installierten Kernels werden dann automatisch erkennt.

Update Januar 2018
Das Prozedere ist recht umständlich. Bei Kernelupdates muss man manuell den Bootloader auf dem Stick aktualisieren. Mein HP MicroServer startet bei Reboot nicht vom Stick, nur bei Kaltstart. Würde mich mal interessieren warum? Der Bootstick ist einfach etwas, das leicht kaputt geht und dann das ganze System lahmlegt. Bootet der Server erst mal nicht mehr, muss man ILO bemühen, was wegen dem veralteten Java-Plugin bei mir nur noch im Safari funktioniert.

Wer nicht unbedingt alle vier Festplattenslots benötigt, ist mit einem Icy Dock 2,5″ zu 3,5″ Konverter (oder Alternative) besser bedient. Das OS bootet dann völlig normal, ohne irgendwelche Tricks. Das spart Nerven und Zeit bei Problemen. Aber Achtung, es passt aufgrund der speziellen Torx-Schrauben und der Position der Anschlüsse nicht jeder beliebige Konverter. Die beiden o.g. Adapter passen garantiert.

Ich betreibe den Microserver mit drei WD Red 2TB in einem RAID5, wodurch man dann insgesamt auf 4 TB nutzbarem Speicherplatz kommt.